Von Mailand nach Brüssel mit dem Nachtzug
16 September 2026
Am 9. September 2026 begann ein neues Kapitel für europäische Nachtzugreisen.Zum ersten Mal verband European Sleeper Mailand und Brüssel direkt mit einem Nachtzug. Damit wurden Norditalien und das Herz Europas auf einer Reise durch vier Länder miteinander verbunden.
Am Bahnhof Milano Porta Garibaldi herrschte gespannte Vorfreude. Reisende, Eisenbahnfans, Journalisten, Politiker und Partner waren zur ersten Abfahrt zusammengekommen. Was einst eine Idee war, dann zu einem Projekt wurde und monatelange Vorbereitung erforderte, wurde endlich Realität.
An diesem Nachmittag stand der erste European Sleeper-Nachtzug von Mailand nach Brüssel zur Abfahrt bereit.
Eine neue Nachtzugverbindung
Der neue Nachtzug zwischen Mailand und Brüssel bietet Reisenden eine ganz andere Möglichkeit, Europa zu durchqueren.
Statt einen großen Teil des Tages zwischen Norditalien und Belgien unterwegs zu sein oder zu fliegen und Zeit an Flughäfen zu verbringen, können die Fahrgäste am späten Nachmittag einsteigen, sich in ihrem Abteil einrichten, zu Abend essen, die Landschaft am Fenster vorbeiziehen sehen und den Zug fahren lassen, während sie schlafen.
Der Zug fährt dreimal pro Woche ab Mailand: mittwochs, freitags und sonntags. Von Brüssel aus geht es montags, donnerstags und samstags zurück.
Ab dem 13. Dezember ändert sich die Strecke leicht. Von Brüssel aus fahren die Züge dann über Antwerpen, Breda und Eindhoven in den Niederlanden weiter Richtung Köln und anschließend nach Mailand.
Doch bevor der erste Zug seine Reise nach Norden antreten konnte, stand in Mailand noch ein wichtiger Moment an.
Der Tag der ersten Fahrt begann in Mailand mit einer Presseveranstaltung gegenüber dem Bahnhof Milano Porta Garibaldi. Vertreter von European Sleeper, Arenaways, lokalen und regionalen Behörden sowie aus der Bahn- und Tourismusbranche kamen dort zusammen. Der internationale Charakter der neuen Verbindung spiegelte sich auch in den Rednern wider: Vertreter aus Belgien, den Niederlanden und Italien sowie von European Sleeper nahmen an der Veranstaltung teil. Sie sprachen über den Start der direkten Verbindung zwischen Mailand und Brüssel und über die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit für den Ausbau des Nachtzugverkehrs in Europa.
Von links nach rechts: Giorgio Maria Zamperetti, Honorarkonsul des Königreichs Belgien in Mailand; Chris Engelsman, Mitgründer von European Sleeper; Raffaele Cattaneo, Staatssekretär beim Präsidenten der Region Lombardei; Mascha Baak, Generalkonsulin des Königreichs der Niederlande in Mailand; Matteo Arena, General Manager von Arenaways; Elmer van Buuren, Mitgründer von European Sleeper; und Julia de Graaf-Heugl, Head of Sales bei European Sleeper.
Als der Zug Milano Porta Garibaldi verließ, verschwand Mailand langsam hinter uns. Die geschäftige Stadt ging allmählich in die Landschaft Norditaliens über, während der Zug in Richtung Comer See fuhr.
Das war keine gewöhnliche erste Abfahrt. Als erste European Sleeper-Verbindung zwischen Mailand und Brüssel brachte der Zug ganz unterschiedliche Menschen zusammen: Reisende, Partner aus der Bahnbranche, Journalist und Fotograf. Während der Fahrt fanden Interviews statt, und alle an Bord erlebten die neue Strecke zum ersten Mal.
Auch für unsere Stewards an Bord war es der erste Einsatz auf dieser Verbindung. Sie begrüßten die Reisenden, beantworteten Fragen und verteilten Getränke, während die Stimmung im Zug immer lebhafter wurde. In den Wagen war eine besondere Aufregung zu spüren. Nicht nur wegen der Reise selbst, sondern auch, weil alle an Bord Teil dieser allerersten Fahrt waren.
Für die Reisenden blieb Zeit, in Ruhe anzukommen, den Zug zu entdecken, Mitreisende kennenzulernen und langsam in den Rhythmus einer Nachtzugreise zu finden. Die ersten Stunden im Nachtzug haben etwas ganz Besonderes: Man weiß, dass noch eine lange Strecke vor einem liegt, aber anders als im Flugzeug oder Auto muss man sich nicht darauf konzentrieren, ans Ziel zu kommen. Stattdessen wird die Reise selbst zu einem Teil des Erlebnisses.
Der erste Halt war Como San Giovanni, bevor der Zug weiter in Richtung Schweiz fuhr. Von dort führte die Strecke über Lugano und Bellinzona weiter in Richtung Gotthardregion und in die Schweizer Alpen. Die Bahnstrecke führt durch einige der beeindruckendsten Landschaften der Schweiz, mit Bergen, Seen und Tälern, die entlang der Gleise vorbeiziehen.
Der Zug fuhr weiter nach Norden durch die Schweiz, mit Zwischenhalten unter anderem in Göschenen, Arth-Goldau und Aarau, bevor er schließlich nach Deutschland weiterfuhr.
Am Morgen hatte sich die Landschaft wieder verändert. Der Zug hatte Deutschland erreicht und fuhr weiter Richtung Köln, anschließend nach Aachen und über die belgische Grenze. Der letzte Teil der Reise führte durch Belgien, bevor der Zug Brüssel erreichte und damit die erste Fahrt von Mailand nach Brüssel zu Ende ging.
Nach der Ankunft fand am Bahnhof Brüssel-Midi eine Einweihungsveranstaltung statt. Vertreter aus ganz Europa kamen zusammen, um die erste Ankunft der neuen Verbindung zu feiern. Zu den Rednern gehörten Federica Favi, die italienische Botschafterin in Belgien, Jan Pitteloud, der Schweizer Botschafter, der belgische Bundesminister für Mobilität Jean-Luc Crucke sowie Patrick Bontinck, CEO von visit.brussels. Ihre Anwesenheit unterstrich die größere europäische Bedeutung der Verbindung und das Interesse daran, Städte und Länder mit der Bahn näher zusammenzubringen.
Für die Reisenden an Bord der ersten Fahrt markierte die Ankunft in Brüssel das Ende der ersten Nachtfahrt auf der neuen Strecke. Nachdem sie am Vorabend Mailand verlassen hatten, waren sie durch Norditalien, über die Alpen und durch die Schweiz sowie anschließend durch Deutschland und Belgien gereist. Als der Zug am nächsten Morgen Brüssel erreichte, war die neue Strecke erfolgreich in der Praxis getestet und die erste Reise abgeschlossen.
Die Verbindung ist jetzt bis September 2027 buchbar, zusammen mit den anderen Strecken von European Sleeper. Mit regelmäßigen Abfahrten steht die Verbindung zwischen Mailand und Brüssel nun allen offen, die die Reise selbst erleben möchten.