Die Rückkehr des Paris–Berlin Nachtzugs
31 März 2026
Der Nachtzug Paris–Berlin fährt wieder. Vor ein paar Monaten war das noch nicht so. Im Dezember 2025 wurde der vorherige Betrieb eingestellt. Nicht, weil das Interesse der Reisenden nachgelassen hätte, ganz im Gegenteil, sondern weil sich die Rahmenbedingungen verändert haben.Die Verbindung wurde erst im Dezember 2023 gestartet und hat schnell gezeigt, dass es eine echte Nachfrage nach Nachtverbindungen zwischen großen europäischen Städten gibt. Ohne eine dauerhafte finanzielle Unterstützung konnte der Betrieb in seiner ursprünglichen Form jedoch nicht weitergeführt werden.
Für uns bei European Sleeper war das der Moment, weiterzuführen, was bereits gut funktionierte. Die Strecke Paris–Berlin hatte ihren Wert bewiesen und verdient, weiterzufahren. Am 26. März 2026 kehrte die Verbindung unter European Sleeper zurück.
Der Auftakt in Paris brachte Partner, politische Entscheidungsträger und Menschen aus dem gesamten Bahnsektor zusammen, die alle daran arbeiten, wie sich der internationale Bahnverkehr in Europa weiterentwickeln kann. Es ging nicht nur darum, eine Abfahrt zu markieren, sondern auch darum, sichtbar zu machen, was nötig ist, um solche Verbindungen möglich zu machen.
Wie Chris Engelsman, Mitgründer von European Sleeper, beim Launch sagte: „Ein Netzwerk entsteht nicht über Nacht. Aber Schritt für Schritt zeigen wir, dass Nachtzugverbindungen zwischen großen Städten funktionieren können, für Reisende und als nachhaltiges Geschäftsmodell.“
Einen internationalen Zug durch mehrere Länder fahren zu lassen, bleibt komplex. Der Zugang zur Infrastruktur, die Abstimmung zwischen den Netzbetreibern und unterschiedliche regulatorische Vorgaben spielen alle eine Rolle. Es gibt wachsende politische Unterstützung für den internationalen Bahnverkehr, besonders als CO₂-ärmere Alternative zum Fliegen, zugleich besteht ein gemeinsames Verständnis dafür, dass praktische Hürden weiterhin bestehen.
Der belgische föderale Minister für Mobilität, Klima und ökologischen Wandel, Jean-Luc Crucke, betonte diese größere Bedeutung: „Sie bringt nicht nur die Bürgerinnen und Bürger Europas näher zusammen, sondern bietet auch eine sinnvolle und nachhaltige Alternative im Sinne eines CO₂-armen Tourismus. Die belgische Regierung hat sich ihrerseits dazu verpflichtet, diese Initiativen zu unterstützen und technische sowie regulatorische Hürden für die Entwicklung dieser Züge abzubauen.“
In Paris ging das Programm ganz natürlich vom Launch-Event im 25hours Hotel, direkt gegenüber des Gare du Nord, zum Bahnsteig über. Um 17:24 Uhr fuhr der Zug ein, und die Gäste stiegen ein, um die Abteile zu entdecken und ein Gefühl für die bevorstehende Reise zu bekommen. Kurz darauf, um 18:03 Uhr, verließ der Zug Paris, pünktlich.
Von da an verlagerte sich der Fokus vom Ereignis auf die Reise.
Die Strecke führt nordwärts durch Frankreich nach Belgien, mit Halt in Aulnoye-Aymeries, Mons, Brüssel und Lüttich, bevor der Zug über Nacht weiter in Richtung Berlin fährt. In Aulnoye-Aymeries gab es einen unerwarteten und besonderen Moment. Menschen aus der Stadt hatten sich auf dem Bahnsteig versammelt, mit französischen und deutschen Flaggen, und begrüßten den Zug bei seiner Ankunft. Reisende lehnten sich aus den Fenstern und winkten zurück. Eine kleine Geste, die vielen an Bord in Erinnerung blieb.
Danach fand die Reise ihren gewohnten Rhythmus. Die Fahrgäste bezogen ihre Abteile, verstauten ihr Gepäck, lasen, spielten, kamen mit anderen Reisenden ins Gespräch oder bereiteten sich einfach auf die Nacht vor.
Auf dem Weg durch Mons, Brüssel und Lüttich stiegen weitere Fahrgäste zu. Als der Zug Belgien verließ, war es bereits Nacht, und die meisten hatten sich für die Nacht eingerichtet, während die Reise weiter in Richtung Morgen ging.
Am nächsten Tag kam der Zug pünktlich in Berlin an.
Die Gäste wurden von Partnern empfangen, darunter der belgische Botschafter in Deutschland sowie visitBerlin. Das unterstreicht den internationalen Charakter der Verbindung und das gemeinsame Interesse, das Reisen zwischen diesen Städten weiter zu stärken.
Piet Heirbaut, belgischer Botschafter in Deutschland, sagte dazu: „Heute zeigt uns European Sleeper, dass Europa enger zusammenrückt. Der Zug verbindet die Metropolen Berlin und Paris mit der belgischen Hauptstadt, die wie kaum eine andere für die Europäische Union steht.“
Dies ist noch nicht die endgültige Version der Strecke. Ab Juli wird die Verbindung über Berlin hinaus bis nach Hamburg verlängert, wodurch sie weiter nach Norden reicht und neue Reisemöglichkeiten entstehen.
Diese Reise zeigt, wo die Nachtzüge in Europa heute stehen. Die Nachfrage ist da, die Verbindungen funktionieren, und das Netzwerk nimmt langsam wieder Gestalt an.